Wie können Exoskelette im Alltag von Tierärzten unterstützen?
Tierärzte und tiermedizinische Fachkräfte gehören zu den Berufsgruppen mit besonders hohen körperlichen Belastungen. Ob in der Tierklinik, in der Pferdepraxis, bei Hausbesuchen oder in der Nutztiermedizin: Viele Tätigkeiten erfordern langes Stehen, Arbeiten in gebeugten Positionen sowie das Heben und Halten schwerer Tiere. Exoskelette können dabei helfen, körperliche Belastungen gezielt zu reduzieren und ergonomischere Arbeitsabläufe zu ermöglichen.
Dabei geht es nicht darum, medizinische Tätigkeiten zu verändern. Exoskelette unterstützen lediglich die körperliche Ebene der Arbeit, indem sie bestimmte Muskelgruppen entlasten und die Körperhaltung unterstützen.

Warum Tierärzte besonders von Exoskeletten profitieren
Die Tiermedizin stellt andere Anforderungen als viele klassische medizinische Berufe. Während Humanmediziner meist an
standardisierten Arbeitsplätzen tätig sind, arbeiten Tierärzte häufig in
wechselnden Umgebungen – etwa auf Stallanlagen, in Reithallen, auf Höfen oder in OP-Sälen.
Hinzu kommt, dass Tiere nicht aktiv an ergonomischen Arbeitsabläufen mitwirken. Untersuchungen, Behandlungen oder Pflegemaßnahmen müssen oft in ungünstigen Körperhaltungen durchgeführt werden. Gerade bei großen Tieren entstehen dabei hohe Belastungen für Rücken, Beine, Schultern und Nacken.
Ergänzend bietet die Seite „Exoskelette für Ärzte und Chirurgen“ einen weiterführenden Überblick über ergonomische Unterstützungssysteme im medizinischen Arbeitsumfeld.
Körperliche Belastungen in der Tiermedizin
Arbeiten mit Pferden und Nutztieren
Bei Pferden, Rindern oder anderen Großtieren finden viele Tätigkeiten in niedrigen oder halb gebeugten Arbeitspositionen statt. Die Untersuchung von Hufen, die Behandlung von Gliedmaßen oder zahnmedizinische Arbeiten am Pferd können über längere Zeiträume eine statische Körperhaltung erfordern.
Diese Belastungen summieren sich über den Arbeitstag und können zu Ermüdung sowie einer erhöhten Beanspruchung des Bewegungsapparates führen.
Heben und Umlagern schwerer Hunde
Auch in Kleintierkliniken entstehen erhebliche körperliche Belastungen. Große Hunde müssen häufig auf Untersuchungstische gehoben, für
diagnostische Verfahren positioniert oder während Behandlungen stabilisiert werden.
Dabei wirken erhebliche Kräfte auf Rücken und Rumpfmuskulatur. Besonders bei wiederkehrenden Hebevorgängen kann eine ergonomische Unterstützung sinnvoll sein.
Lange Standzeiten und statische Körperhaltungen
Neben dem Heben und Tragen gehören lange Standzeiten zu den häufigsten Belastungsfaktoren im tiermedizinischen Alltag. Operationen, zahnmedizinische Behandlungen, Hufbearbeitungen oder umfangreiche Untersuchungen können mehrere Stunden dauern. Die daraus resultierende statische Muskelarbeit belastet insbesondere Beine, Rücken und Schulterbereich.

Welches Exoskelett eignet sich für welche Aufgabe?
Nicht jedes Exoskelett ist für dieselben Tätigkeiten ausgelegt. Die Auswahl sollte sich immer an den tatsächlichen Belastungen orientieren.
Chairless Chair für Pferdezahnärzte und Großtiermedizin
Der Chairless Chair eignet sich besonders für Tätigkeiten mit langen Standzeiten und häufigen Wechseln zwischen Stehen, Gehen und Arbeiten in niedrigen Positionen.
Pferdezahnärzte profitieren beispielsweise davon, dass sie bei Arbeiten am Pferdemaul eine stabile, sitzähnliche Position einnehmen können, ohne einen Hocker oder eine andere Sitzhilfe mitführen zu müssen. Auch bei Untersuchungen und Behandlungen im Bereich der Hufe kann der Chairless
Chair eine ergonomischere Arbeitshaltung ermöglichen.
Da das System direkt am Körper getragen wird, bleibt die Mobilität erhalten und es entstehen keine zusätzlichen Hindernisse im Arbeitsumfeld.
BionicBack für Hebe- und Trageaufgaben
Wenn regelmäßig schwere Hunde oder andere Tiere angehoben, umgesetzt oder gehalten werden müssen, können Rücken-Exoskelette wie das BionicBack eine sinnvolle Unterstützung sein.
Diese Systeme sind darauf ausgelegt, Belastungen bei Hebebewegungen und bei vorgebeugten Arbeitshaltungen zu reduzieren. Dadurch werden insbesondere Rücken und Rumpfmuskulatur bei körperlich anspruchsvollen Tätigkeiten unterstützt.
Weitere Exoskelette für Rücken, Schultern und Beine
Neben Chairless Chair und BionicBack können je nach Tätigkeit auch weitere Systeme infrage kommen – etwa zur gezielten Unterstützung von Schultern oder Armen.
Entscheidend ist, welche Bewegungen im Arbeitsalltag besonders häufig oder besonders belastend sind.

Typische Einsatzbereiche in der Tiermedizin
Exoskelette können unter anderem eingesetzt werden bei:
- Pferdezahnmedizin
- Pferdebehandlung und Pferdepflege
- Hufuntersuchungen und Hufbehandlungen
- Großtiermedizin
- Nutztiermedizin
- Tierkliniken
- Kleintierpraxen
- Umlagerung schwerer Hunde
- Diagnostik und Behandlungen mit langen Standzeiten
- Mobile tiermedizinische Dienste
Vorteile von Exoskeletten für Tierärzte
Je nach Tätigkeit und Exoskelett-Typ können sich
verschiedene Vorteile ergeben:
- Unterstützung bei langen Standzeiten
- Entlastung bei gebeugten Arbeitshaltungen
- Ergonomischere Arbeitsbedingungen
- Unterstützung bei Hebe- und Tragevorgängen
- Erhalt der Bewegungsfreiheit während der Arbeit
- Integration in bestehende Arbeitsabläufe ohne großen Umstellungsaufwand
Wichtig ist dabei, dass Exoskelette keine medizinische Behandlung ersetzen. Sie dienen ausschließlich der ergonomischen Unterstützung bei körperlich belastenden Tätigkeiten.
Das passende Exoskelett für Ihre Praxis finden
Jede tiermedizinische Tätigkeit stellt unterschiedliche Anforderungen an Ergonomie und Bewegungsfreiheit. Während Pferdezahnärzte häufig von einem Chairless Chair profitieren, stehen in Tierkliniken oftmals Hebevorgänge und Rückenbelastungen im Vordergrund.
Deshalb sollte die Auswahl eines Exoskeletts immer anhand der tatsächlichen Arbeitsabläufe erfolgen. Auf dem noonee Exoskelett-Marktplatz finden Sie verschiedene Lösungen für Rücken, Beine, Schultern und Arme sowie Unterstützung bei der Auswahl des passenden Systems für Ihren Einsatzbereich.
Zudem besteht die Möglichkeit, Exoskelette in einer Testphase direkt im eigenen Arbeitsumfeld zu erproben. So lässt sich besser einschätzen, welches System zu den konkreten Tätigkeiten, Bewegungsabläufen und Anforderungen in der Praxis passt.








